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Ganz Hessen gehört der deutschen Mittelgebirgsschwelle
an, deren vielseitiger geologischer Aufbau abwechslungsreiche Landschaftsformen
hervorgebracht hat. Die östlichen Ausläufer des Rheinischen
Schiefergebirges im Westen und der Vordere Odenwald im Süden
präsentieren sich als meist bewaldete Mittelgebirgslandschaften
mit einer Vielzahl von zum Teil eng eingeschnittenen Tälern.
Östlich an das Rheinische Schiefergebirge
schließt sich das stark bewaldete Hessische Bergland an. Der
Westen dieser Region ist dadurch gekennzeichnet, daß er als
nördliche Fortsetzung des Oberrheingrabens in mehrere Becken
und Schwellen gegliedert ist. In den Becken entwickelte sich aufgrund
ihrer fruchtbaren Lößböden von alters her eine intensive
landwirtschaftliche Nutzung.
Eine gut funktionierende Landwirtschaft, sowie
Handel und Gewerbe förderten die Wirtschaftskraft des Rhein-Main-Gebietes
seit frühesten Zeiten. Mühlen aller Art hatten ihren wesentlichen
Anteil daran. Allerdings waren es nur die Wassermühlen, die
in den vielen Flußtälern ausreichend Antriebsenergie
fanden.
Windmühlen waren, wie im übrigen
Süden Deutschlands auch, nicht verbreitet.
Neben den Getreidemahlmühlen wurde eine
Vielzahl von Werkmühlen, wie Eisenhämmer-, Öl-, Säge-,
Papier-, Walk-, Pulver- und Lohmühlen betrieben.
Das industrielle Zeitalter leitete die erste
Etappe des großen Mühlensterbens auch in Hessen ein.
So verringerte sich beispielsweise in dem halben Jahrhundert zwischen
1880 und 1930 die Zahl der Mühlen auf die Hälfte. Nach
dem zweiten Weltkrieg wurden 1951 noch 1504 Getreidemühlen
mit einer Jahresvermahlung von über 250 t gezählt. Nur
15 Jahre später waren es noch 827 und 1995 wurden gerade noch
28 Mühlen gewerblich betrieben. Die meisten alten Mühlenstandorte
sind als solche noch zu erkennen, obwohl sie schon längst einer
anderen Nutzung zugeführt wurden.
Die letzten noch verbliebenen Mühlen werden
als Vermahlungsbetriebe mit regionaler Vermarktung, zur Nutzung
der Wasserkraft oder als museale Schauanlagen erhalten und haben
somit auch an der Schwelle zum nächsten Jahrhundert noch eine
Überlebenschance.
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